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Reinhard-Kahl-Sommertour 2007, Station 3

Wahlkreis


'Von Perbal auf die Muna'
Lange Reise von Ungarn in den Burgwald

Wie viel schmerzhafte Erfahrungen auf dem Weg dahin in den Nachkriegsjahren zu überwinden waren, wurde in der katholischen Elisabeth-Kirche des Ortsteils Burgwald deutlich, als ehemalige Perbaler bei der Sommertour des Landtagsabgeordneten Reinhard Kahl (SPD) als Zeitzeugen vor einem großen Gästekreis ihre Vertreibung und Integration im Kreis Frankenberg schilderten.
„Wir hatten im Frühjahr 1946 schon unser Feld bestellt, als der Gemeindediener mit der Trommel unser Ausweisung bekannt gab“, berichtete Maria Wenzel. Gemeinsam mit Katharina Paxian und Horst Wolf (Berghofen) beschrieben sie ihre Fahrt in Viehwaggons ins Ungewisse, ihren Neubeginn und ihre Existenzsorgen.

Reinhard Kahl mit seinen Gästen, Bürgermeister Daume, Ortsvorsteher Wiest, Pater Laurentius und den Zeitzeugen vor der katholischen Kirche

„Für den Bau der Kirche 1959 auf der damaligen Muna mussten 270 Bäume gerodet werden“, erzählte Franz Kaiser, der nach der Vertreibung auf der Hatzbachsmühle bei Birkenbringhausen eine Unterkunft gefunden hatte. Pater Laurentius Meißner stellte bei seinen Begegnungen mit alten Menschen fest, dass vielfach diese Erlebnisse nur mühsam verarbeitet worden seien. Ortsvorsteher Helmut Wiest beschrieb die Schwierigkeiten des sehr jungen Ortsteils Burgwald, zu einer eigenen Identität zu finden.
Schilderungen vom Bau der ersten Häuser, die von den Perbalern vielfach in Selbsthilfe entlang der Hirsch- und Schwabenstraße gebaut wurden, begleiteten den anschließenden Dorfrundgang mit dem Landtagsabgeordneten. Wie man dabei Lebensformen und Traditionen aus der ungarischen Heimat weiter führte, machte Ferry Stampf sichtbar: Er baut in seinem Garten vier verschiedenen Weinsorten an, der älteste Weinstock ist 40 Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Frau Anneliese lud er alle Teilnehmer der Sommertour ein, seinen selbst gemachten Rotwein zu probieren.


Zu Gast bei Familie Stumpf (links) im Garten


Beim Abschlussgespräch zur Thematik „Von dort nach hier“ auf dem Grillplatz am Dorfgemeinschaftshaus bedankte sich Reinhard Kahl für die lebhafte Beteiligung der Zeitzeugen. „Das verbrecherische Regime in Hitler-Deutschland hat Leid über viele Menschen durch die Vertreibung aus ihrer Heimat gebracht, ein Thema, das in letzter Zeit objektiver betrachtet wird“, sagte der Abgeordnete. Für die Großgemeinde Burgwald habe aber gerade die intakte Partnerschaft mit Perbal diese Erfahrungen überwinden helfen und zum Reichtum an Kultur und Brauchtum in dieser Region ganz wesentlich beitragen können.

Mehr als 70 Gäste aus Perbal werden Ende August in Gemeinde Burgwald erwartet, um das zehnjährige Bestehen der deutsch-ungarischen Partnerschaft gemeinsam beim Grenzgang zu feiern, kündigte Bürgermeister Adam Daume am Dienstagabend an und erinnerte sich: „Unsere Verschwisterung sollte 1997 ein Stein beim Bau des europäischen Hauses sein.“


Die Zeitzeugen um Maria Wenzel (2. v.l.) im Gespräch