SPD-Abgeordnete verlangen Finanzierungskonzept für Nationalparktore
Die sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Reinhard Kahl und Hannelore Eckhardt haben die Landesregierung aufgefordert, ein mittelfristiges Finanzierungskonzept für die Nationalparktore vorzulegen. In allen drei Nationalparkgemeinden - Frankenau, Edertal und Vöhl sollten thematisch unterschiedliche Tore zum Nationalpark eingerichtet werden.
Aufgrund der Lage des Nationalparkes und der Verkehrsanbindung über Straße und Schiene wäre die Konzentration auf ein Eingangstor für alle Touristen der falsche Ansatz. Dies wäre auch gegenüber den Anliegergemeinden nicht zu verantworten. Frankenau liegt unmittelbar am Nationalpark und braucht daher einen gesonderten Zugang. Touristen aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus Nordrheinwestfalen können den Nationalpark neben der Straßenanbindung auch über die reaktivierte Bahnstrecke mit dem Haltepunkt Herzhausen erreichen. Aus dem Osten ist der Nationalpark am besten über die Gemeinde Edertal zu erreichen. Daher bieten sich nach Auffassung von Eckhardt und Kahl drei thematisch unterschiedliche und für die Besucher attraktive Eingangsbereiche an.
„Leider ist die Landesregierung von einer solchen Position noch weit entfernt“, kritisierte Kahl und verwies darauf, dass Frankenau sich durch mangelnde Aktivitäten des Landes zu Recht sehr benachteiligt fühlt. Immerhin habe Frankenau mit seinem Engagement dafür gesorgt, dass eine Ausweisung des Nationalparkes überhaupt nach den jahrelangen Auseinandersetzungen wieder in Erwägung gezogen werden konnte. Gleichzeitig habe die Ziegenbockstadt mit der Errichtung der Kellerwalduhr mit eigenen Mittel gute Vorarbeiten für die Nationalparkbesucher geleistet. Mit den offensichtlichen Fehlern des Kreises bei der Baugenehmigung und der damit verbundenen Nichtübernahme der Kellerwalduhr durch das Land Hessen wurde Frankenau nach Auffassung von Kahl eindeutig benachteiligt. Mit der Neukonzeption für die Stadthalle auf dem ehemaligen Fabrikgelände verfolgt Frankenau eine überzeugende Konzeption für ein interessantes Nationalparktor. In diesem Zusammenhang forderte Kahl den zuständigen Umweltminister Dietzel auf, dass sich das Land mit ausreichenden finanziellen Mittel an den Investitionen beteiligen soll.
Edertal hat mit dem Fagutop, das noch unter der rot-grünen Regierung und vor Ausweisung des Nationalparkes errichtet wurde, zumindest in Ansätzen ein eigenes Nationalparktor, erläuterte Hannelore Eckhardt. Aber auch hier bleiben noch viele berechtigte Wünsche und Forderungen offen.
Das Informationshaus Fagutop am Wildpark Edersee bringt auf vielfältige Weise den Besuchern den Lebensraum Buchenwald näher. Besonders Kindergärten, Schulklassen und Jugendgruppen kommen gerne und lernen mit Förstern auf spielerische Weise die Natur kennen.
Um den jungen Menschen auch in Zukunft bei zu erwartendem größerem Zulauf ein interessantes Erlebnis zu bieten, muss das Fagutop erweitert werden.
Ein Nationalparktor in Edertal-Kleinern wird Besucher aus dem Raum Bad Wildungen - Kassel mit einem attraktiven Einlass an der gut ausgebauten Wesetalstrasse empfangen und am Eingang zum Nationalpark mit den Besonderheiten des Edertales bekannt machen.
Auch der Infopoint in Hemfurth müsste erweitert werden.
Und nicht zuletzt muss auch die Bahnstrecke Kassel – Bad Wildungen erhalten bleiben.
Für die Entwicklung der Nationalparkregion Kellerwald-Edersee ist es unerlässlich, auch ein Schienengestütztes ÖPNV-Angebot auf Dauer zu erhalten, unterstreicht Hannelore Eckhardt ihre Forderungen.
In Herzhausen im Bereich der Großgemeinde Vöhl ist ein Nationalparkhaus in Planung. „Dies wird als eine gelungene Planung von uns nachdrücklich unterstützt“, betonten die beiden SPD-Landespolitiker. Durch die vorsorgliche und rechtzeitige Antragstellung zur Gewährung von EU-Mittel durch den Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke hat dieses Millionenprojekt eine große Realisierungschance. „Dies wird für die Nationalparkbesucher eine große Attraktion“, unterstreicht Kahl und verweist gleichzeitig darauf, dass trotz anderslautender Erklärungen der Landesregierung das Projekt finanziell noch nicht in trockenen Tüchern ist. Nach wie vor besteht trotz hohen finanziellen Engagements der Gemeinde Vöhl eine Finanzierungslücke, die die Gemeinde nicht tragen kann. „Hier ist das Land eindeutig gefordert“, betonte Kahl und erinnerte gleichzeitig daran, dass die Initiative der SPD-Kreistagsfraktion zur Mitfinanzierung von Investitionsvorhaben im Zusammenhang mit dem Nationalpark von der Kooperation aus CDU, FWG und FDP auf Druck des Landrates abgelehnt wurde.
Der Nationalpark Kellerwald Edersee braucht nach der Einschätzung der SPD neben einem klaren Finanzzierungskonzept für die Nationalparktore auch ein verbessertes Marketing. Dabei ist das Land, aber neben den Anliegerkommunen auch der Kreis Waldeck-Frankenberg gefordert, da die gesamte Region von einem erfolgreichen Nationalpark profitieren wird, so Eckhardt und Kahl in ihrer Stellungnahme.