In den letzten Tagen hatte ich die Gelegenheit als Patient die politischen Turbolenzen zum Krankenhaus zu erleben. In zahlreichen Gesprächen mit Mitpatienten, Besuchern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses reichten die Reaktionen von Unverständnis, Kopfschütteln bis hin zu Wut über die Aktionen der Kreisspitze. Ein solcher Umgang mit dem Krankenhaus stieß eindeutig auf Ablehnung. Bei jedem Gespräch wurde auf die Wichtigkeit der Gesundheit und damit auf die Funktionsfähigkeit eines Krankenhauses in Frankenberg hingewiesen. Wir brauchen ein gutes Krankenhaus im Frankenberger Land.
Ich selbst habe wie viele andere das Kreiskrankenhaus als eine hervorragende Einrichtung kennen gelernt. Fachkompetenz und hohe Motivation zeichnen die Ärzte und das Pflegepersonal aus. Darauf können wir im Interesse einer guten stationären Krankenversorgung stolz sein. Ein Krankenhaus ist eben kein normales Unternehmen oder ein reiner Wirtschaftsbetrieb. Dabei erinnerte ich mich an das hessischen Krankenhausgesetzes, das klar vorschreibt, dass die Landkreise die stationäre Krankenversorgung sicherstellen müssen. Dies ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kreispolitik und dann darf man nicht das Krankenhaus zum politischen Spielball machen bzw. eine Insolvenz billigend in Kauf nehmen.
Eine Privatisierung des Krankenhauses ist keine Alternative. Wir brauchen in Frankenberg kein reines Portalkrankenhaus für Einrichtungen in Marburg oder Kassel. Die Patienten der Grund- und Regelversorgung müssen auch in Zukunft in Frankenberg behandelt werden. Die qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben es auch nicht verdient, dass die Kreisspitze leichtfertig ihre Arbeitsplätze aufs Spiel setzt. Wenn sich die Kreisspitze nur halb soviel wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Krankenhaus einsetzten würden, wären die wirtschaftlichen Probleme klar in den Griff zu kriegen.
Die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit oder Fusion mit dem Stadtkrankenhaus Korbach sollten weitergeführt werden. Aber im Vordergrund muss die Erhaltung des Kreiskrankenhauses stehen. Dies ist sicherlich eine klare Forderung der Patienten, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung im Frankenberger Land und darüber hinaus. Die Kreispolitik muss dies nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern auch umsetzen.
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