Lebendiges Museum – Skudden – Imkerverein

Teilnehmer der vierten Station der Sommertour vor dem Lebendigen Museum in Odershausen
Auf der vierten Station seiner Sommertour
„Alte Haustierrassen“ besuchte der Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl am vergangenen Freitag das Lebendige Museum und die Imker in Odershausen. Begleitet wurde er von mehr als fünfzig Teilnehmern, unter ihnen Stadtrat Manfred Jahnes, Ortsvorsteherin Petra Emde, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Walter Mombrei, Abgeordnete aus der kommunalen Politik sowie Mitgliedern des Vereins zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Traktoren (VEHLT), der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) und des Bad Wildunger Imkervereins. Reinhard Kahl freute sich bei seiner Begrüßung über das auch in Odershausen hohe Interesse am Thema der alten Haustierrassen und besonders über die Bereitschaft der Züchter, sich für den Erhalt der alten Haustierrassen zu engagieren.
Züchter Friedrich Heck aus Hundsdorf hatte für diesen Tag zwölf Skudden ins Lebendige Museum gebracht, um sie dem Abgeordneten vorzustellen. Heinrich Frese, der Vorsitzende des VEHLT, erklärte dazu: „Die Tiere kennen den Weg ins Lebendige Museum bereits, denn einmal jährlich am Aktionssonntag im Mai werden sie hier geschoren. Anschließend können die Besucher beim Rundgang durchs Museum zuschauen, wie die Wolle der Tiere bis zum Endprodukt weiterverarbeitet wird.“ Der Verein VEHLT, 1989 gegründet und „Trägerverein“ des Lebendigen Museums, hat sich die Förderung und Pflege von Kulturwerten, insbesondere von historischen Landmaschinen und Traktoren zum Ziel gemacht. Durch Restaurieren, Vorführen und Ausstellen der historischen Landmaschinen in der Öffentlichkeit soll Interesse an der Technik und dem Leben vergangener Zeit "auf dem Dorfe" geweckt werden. Einmal im Monat findet ein Aktionssonntag in dem über 250 Jahre alten Bauernhof statt, und das Museum erwacht zum Leben, die Ausstellung wird zur Vorstellung. Maschinen, Werkzeuge und Geräte sind dann in ihrer ursprünglichen Verwendung zu sehen.
Die Skudde, auch als „Heidschnucke der Masuren“ bezeichnet, stammt ursprünglich aus Ostpreußen und Masuren und wird heute auf der Roten Liste der GEH als gefährdet eingestuft. Skudden sind sehr genügsam und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten. Ihr Fleisch ist mager und wohlschmeckend. Wegen ihrer geringen Größe von 50 bis 60 Zentimetern werden sie auch als kleinste mitteleuropäische Schafrasse bezeichnet. Die Rasse ist zur Beweidung karger Standorte geeignet, vornehmlich zur Pflege von Heidegebieten. Die Schafe von Züchter Heck beweiden Magerrasenflächen in Hundsdorf und Löhlbach.
Anschließend informierte der Odershäuser Karl Knüppel ausführlich über das Imkerjahr. Seine Imkerei steht inmitten seines idyllischen Bauerngartens. Die Besucher waren beeindruckt von der Sanftmütigkeit der Bienen. Der Vorsitzende des Imkervereins, Dieder Schaake, erklärte dazu, dass auf dieses Merkmal bei der Zucht besonders Wert gelegt wurde, um die Bienen auf Dauer im Dorf halten zu können: „Die alte Haustierrasse der Dunklen Bienen war besonders stechlustig und wird deshalb heute nicht mehr gehalten. Man konnte diese Völker nur im Astronautenanzug betreuen, um nicht gestochen zu werden. Die Imker sind mit dem Erntejahr 2010 zufrieden, es wird schon wieder eingefüttert, damit sie den Winter gut überstehen, um im kommenden Jahr gestärkt in die Tracht (Ernte) gehen zu können.“ Der Imkerverein Bad Wildungen hat zurzeit 60 Mitglieder, die etwa 300 Bienenvölker betreuen. Um dem auch bei diesem Verein bestehenden Nachwuchsproblem entgegenzuwirken, hat der Imkerverein neben anderen Initiativen auch das Programm „Integration durch Imkerei“ ins Leben gerufen.
Abgeschlossen wurde der informative Besuch des Landtagsabgeordneten Kahl mit einem vom SPD-Ortsverein Bad Wildungen organisierten gemütlichen Abend an der Grillhütte in Odershausen.

Skudden, eine alte Haustierrasse, mit Stadtrat Manfred Jahnes, Züchter Friedrich Heck, Landtagsabgeordnetem Reinhard Kahl und Ortsvorsteherin Petra Emde

Bienenzucht, präsentiert von Karl Knüppel und dem Imkerverein Bad Wildungen mit dem Vorsitzenden Dieter Schaake

gemütlicher Abschluss an der Grillhütte