Wahlkampf- und Aufbruchsstimmung pur

(v.l.) Walter Mombrei (Stellvertreter) MdB Gerd Höfer, Manfred Jahnes (OV-Vorsitzender), MdL Reinhard Kahl und Karl-Heinz Stadtler (UB-Vorsitzender) beim Neujahrsempfang im Wegaer Gemeinschaftshaus
Im sozialdemokratisch geprägten Wega trafen sich die Genossinnen und Genossen aus dem Wahlkreis von Reinhard Kahl bereits zum zweiten Mal seit Bestehen des Neujahrsempfangs im Wahlkreis 6. Der Ortsvereinsvorsitzende von Wega-Mandern, Manfred Jahnes begrüßte die Gäste im überfüllten Wegaer Gemeinschaftshaus und drückte seine Freude aus, in diesem wichtigen Wahljahr mit seinem Team Gastgeber sein zu dürfen.
Im Publikum saßen Parteimitglieder aus allen Gemeinden im Wahlkreis. Besonders begrüßt wurde das Frankenberger sozialdemokratische Urgestein Otto Nolte mit den Worten: „Otto, du hast viel für unsere Partei getan!“
Ortsvorsteher Helmut Kann wies in seiner Begrüßungsansprache im Namen des Ortsbeirats auf das im Jahr 2009 in Wega bevorstehende Großereignis hin: die 800-Jahr-Feier. Besonders herzlich wandte er sich an Reinhard Kahl: „Lieber Reinhard, ich wünsch mir natürlich dich bei unserer nächsten Zusammenkunft als Finanzminister begrüßen zu können! Und dafür kämpfen alle hier Anwesenden mit Sicherheit!“
MdB Gerd Höfer, Mitveranstalter des alljährlichen Neujahrempfangs ging in seiner Ansprache kurz auf bundespolitische Themen ein. Zunächst habe man ja, da man in Berlin in einer großen Koalition zusammenleben müsse, geglaubt, dass im hessischen Wahlkampf kein bundesweites Thema eine Rolle spielen werde. „Aber Roland Koch ist anscheinend für alles gut und hat versucht, uns mit der Jugendkriminalität eines aufzudrücken. Was dazu zu sagen ist, hat Peter Struck bereits deutlich gesagt und dem ist nichts hinzufügen!“, so Höfer. Als Mitglied des Verteidigungsausschusses bemerkte er außerdem: „Auch der andere Import aus Hessen, der Verteidigungsminister Jung ist der schlechteste Verteidigungsminister, den wir je hatten.“
Die Spannung im Saal stieg, als schließlich Reinhard Kahl das Wort ergriff. Er sparte nicht mit harscher Kritik an der derzeitigen Landesregierung. Die Bildungspolitik ist eine einzige Katastrophe, soziale Gerechtigkeit ist zu einem Fremdwort verkommen, arm und reich driften in Hessen immer weiter auseinander. „Besonders bei uns hier in Nordhessen liegt die soziale Infrastruktur der ländlichen Gemeinden im Argen!“ Energisch verteidigte er die Forderung nach einem Mindestlohn: „Wer voll arbeitet, der muss auch davon eine Familie ernähren können! Es geht nicht an, das das Existenzminimum mit Sozialhilfe aufgestockt werden muss!“
Die hessische SPD mit Andrea Ypsilanti an der Spitze steht für Glaubwürdigkeit und Gerechtigkeit. Andrea Ypsilanti mit ihrer Person macht dies deutlich, wenn sie als Anwältin der Schwachen soziale Gerechtigkeit einfordert. „Sie steht ganz persönlich hinter unserem Slogan: Wir machen Politik für Millionen, nicht für Millionäre!“ so der SPD-Politiker zur Spiztenkandidatin.
Als designierter Finanzminister im Team Ypsilanti, versäumte er nicht auf die finanzpolitische Misere des Landes einzugehen. Er verurteilte scharf die Schuldenrekorde die in der Ära Weimar-Koch verursacht wurden: „Durch diese Finanzpolitik ist Hessen reich an Schulden, aber arm an Finanzen!“ und warnte zugleich vor dem Ausverkauf der Landesimmobilien. „Damit rechnet man sich wieder reich und macht sich noch ärmer. Oder würdet ihr euer Haus verkaufen und es anschließend teuer zurückmieten?“
Kahl zum Abschluss seiner engagierten Rede: „Wir können es schaffen, die Chancen stehen gut! Und wir müssen es schaffen, den wir brauchen nicht nur einen Regierungswechsel sondern ganz dringend einen Politikwechsel! Damit unser Land wieder für das stehen kann, für was unter sozialdemokratisch geführten Landesregierungen immer stand – sicher, sozial und gerecht!“
Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuschauer beim Redner.
Mit großem Vergnügen und viel Beifall wurde der anschließende Beitrag der ‚Bösen Tanten’ im Publikum aufgenommen. Unter köstlichem Gelächter gaben sie eine aktualisierte Version des Märchens von ‚Frau Holle’ zum Besten mit Beteiligung einiger Gäste aus dem Saal. Der Abgeordnete durfte mit blonder Zopfperücke die Mutter der Gold- und der Pechmarie auf der Bühne markieren.
Im Anschluss ging es dann für viele im Bus ‚ab nach Kassel’ zur Großveranstaltung in Nordhessen mit Frank-Walter Steinmeier und Andrea Ypsilanti sowie den Mitgliedern ihres Zukunftsteams.