Reinhard Kahl (SPD) in der Aktuellen Stunde des Hessischen Landtages zur Aegis-Ruzicka-Affäre
„Skandale um CDU- Minister in Hessen bleiben auf der Tagesordnung. Der Minister einer Briefkastenfirma’, so titelt die österreichische Zeitung Medianet über Europaminister Hoff. Oder im Wiesbadener Kurier: ‚Minister Hoff: Weitere Ungereimtheiten’.
In der Affäre um Aegis-Media gerät Europaminister Hoff immer mehr in Bedrängnis. Wir erleben einen schweigsamen Minister. Schweigsamkeit und Zurückhaltung sind sonst nicht die herausragenden Merkmale dieses Ministers und Abgeordneten.
Medienprofi Hoff auf der Flucht, so mussten wir den Auftritt des Ministers in der Fernsehsendung Report Mainz erleben. Dabei hat er ein Bild des Jammers geboten.
Auch hier erleben wir wieder den schon bekannten Stil der Mitglieder der so genannten Tankstelle: Dabei gewesen zu sein, trotzdem nichts gewusst, nur das zugeben was unbedingt notwendig ist und Ungereimtheiten über Ungereimtheiten.Gegen den langjährigen Geschäftspartner von Hoff, Herrn Zoffel, wird in der Affäre Aegis-Ruzicka ermittelt. Es geht um Veruntreuung von insgesamt 52 Mio. Euro. Dabei geht es im Zusammenhang mit der Agentur Zoffel, Hoff und Partner um 10 Mio. Euro, die nach Auskunft der Staatsanwaltschaft über deren Konten geflossen sind. Beihilfe zur Untreue, dass ist der Vorwurf gegen den Geschäftsführer Zoffel und daher stellt sich die konkrete Frage an den ehemaligen Geschäftsführer Hoff, was wusste er über diese Vorgänge?
Entgegen seiner früheren Äußerungen hat ihm Report Mainz klar nachweisen können, dass er bei der Gründung der Briefkastenfirma Best of maßgeblich beteiligt war und unter der Adresse seiner Mutter angemeldet war. Da hat sich der Minister klar in Widersprüche verwickelt.
Wenn diese Briefkastenfirma an der millionenschweren Veruntreuung der Aegis-Manager beteiligt war, stellt sich schon die Frage, welche Rolle hat Hoff hier mittelbar oder unmittelbar gespielt.
Entgegen vielfacher eigener öffentlicher Aussagen, dass er mit ZHP oder der Zoffel-Steiger Gruppe nichts mehr zu tun hat, ist er nach Recherche der österreichischen Wirtschaftszeitung medianet bis heute Gesellschafter der ZHS Zoffel, Hoff und Spechtler und zwar mit mehr als 35 %. Hier war er Geschäftsführer. Ein Tag vor Ernennung zum Minister unterschrieb er die Bilanz 2005, aber persönlich überreicht beim zuständigen Gericht am 28 Juni 2006. Seine Abberufung als Geschäftsführer – Eingang bei Gericht erfolgte zum 30.6. 2006.
Höchst interessant ist: Zoffel Hoff Spechtler in Linz in der Lastenstraße 38 ist eine reine Briefkastenfirma ohne Mitarbeiter und ohne Büroraume. Erstaunlich ist jedoch, dass die vorgelegten Bilanzen erhebliche Umsätze ausweisen. Hoff war für die Wahlwebung der ÖVP Vorarlberg zuständig. Der Wahlkampf selbst ist von der Agentur in Wiesbaden durchgeführt worden und nicht von Linz aus. Welche Gelder sind also über die Linzer Briefkastenfirma geflossen?
Hoff steht auch in seiner Zeit als Minister immer noch in Geschäftsbeziehungen zu Zoffel. Fragen über Fragen und erhebliche Ungereimtheiten. Minister Hoff ein Experte für Briefkastenfirmen? Werden weitere Briefkastenfirmen auftauchen? Ja! Zoffel und Hoff OEG Werbegraphik Graz, wie die Zeitschrift medianet berichten wird
Fassen wir zusammen: Ein bisher weitgehend undurchsichtiger Fall. Welche Rolle spielt hier der Europaminister? Aufklärung ist dringend notwendig, Herr Minister. Sich auf die Rolle eines Zeugen zurückzuziehen und zu schweigen, geht nicht mehr. Klar ist: Die Regierung Koch hat einen Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und für Briefkastenfirmen.“