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„Mittendrin – historische Ortskerne“

Wahlkreis

Abschluss der Sommertour
Reinhard Kahl zu Besuch in Altwildungen

Zum Abschluss seiner Sommertour „Mittendrin – historische Ortskerne“ besuchte der Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl Altwildungen.
Kahl begrüßte zum Ortsrundgang neben mehr als 60 interessierten Besuchern auch den Kandidaten für den Bundestagswahlkreis Waldeck, Ullrich Meßmer, Stadtrat Manfred Jahnes in Vertretung von Bürgermeister Volker Zimmermann, den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nawrotzki und den Ortsvereinsvorsitzenden Walter Mombrei, der die Organisation der Etappe übernommen hatte.


Die Teilnehmer auf der Terasse von Schloß Friedrichsstein

Fachkundig geführt wurde die Gruppe vom im traditionellen Waldecker Kittel gekleideten Karl August Mangel, Vorsitzender des Bürgervereins Altwildungen. Von ihm erfuhr die Gruppe Wissenswertes über Geschichte und Architektur des heutigen Wildunger Stadtteils.Unterstützt wurde er vom Altwildunger Architekten Karl-Hermann Emde, der der Gruppe die Geschichte der zur Zeit im Umbau befindlichen Altwildunger Kirche näherbrachte.
Grundlage der Führung bildete das im Jahr 2002 erschienene Hausbuch mit der Geschichte der Häuser und ihrer Bewohner im alten Ortskern, ergänzt durch Berichte von Ereignissen und dem Leben der Menschen in früheren Zeiten. Altwildungen ist ein 1940 eingemeindeter Stadtteil von Bad Wildungen und liegt „altus“ (also oberhalb) der Badestadt. Bereits um das Jahr 1200 errichtete Friedrich von Ziegenhain, Sohn des Landgrafen von Thüringen, eine Burg, um die sich der Ort Altwildungen entwickelte. Anstelle der Burganlage entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg ab 1660 das Schloss Friedrichstein, ein Barockschloss nach französischem Vorbild. 1714 wurde eine zweiflügelige Anlage von Friedrich Anton Ulrich von Waldeck fertig gestellt, nach dem das Schloss auch benannt wurde. Ein Großbrand am 6. Oktober 1763 zerstörte fast den ganzen Ort. Bei seinem Rundgang verdeutlichte Mangel, wie sehr Altwildungen auch heute noch von diesem Ereignis geprägt ist. Der Neuaufbau erfolgte ebenfalls im Auftrag von Fürst Friedrich Anton Ulrich, die Häuser wurden mit größerem Abstand zueinander errichtet, so dass aus der ehemaligen Haufensiedlung ein planmäßig angelegter Ort mit gerade verlaufenden Straßen entstand.
Eine Aufwertung erfährt der historische Ortskern von Altwildungen durch das Projekt „Wasserkunst“ der im Jahr 2006 stattgefundenen Landesgartenschau in Bad Wildungen. Im alten Torhaus am Eingang zum Schloss Friedrichstein weist eine Ausstellung auf das schon damals sehr fortschrittliche Wassersystem hin, sich eine eigene Trinkwasserversorgung durch eine Leitungsanlage, die den Höhenunterschied vom Königsquellenpark über den Schlossberg nach Altwildungen überbrückt, zu sichern. Im Zuge des Landesgartenschauprojekts wurde auch der kleine Park an der Kirche aufgewertet, und ein Nachbau der Stadtmauer am ehemaligen Stadttor erinnert an die alten Stadtgrenzen. Beim Besuch des Backhauses wurde deutlich, wie sehr der Stadtteil von dem Programm der „einfachen Stadterneuerung“ profitiert hat, ebenso wie die Häuser in der Schlossstrasse, die durch die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen nicht von den heute leider üblichen Leerständen in den Ortskernen bedroht sind.
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein äußerte Kahl: „Altwildungen ist ein guter und lohnenswerter Abschluss meiner Sommertour. Die kleinen Gassen rund um Schloss, Kirche und Schlossstrasse haben einen liebenswerten Charme. Eine meiner ersten Aufgabe als junger Abgeordneter im Jahr 1983 war damals, mich für das Stadterneuerungsprogramm von Bad Wildungen einzusetzen. Neben der Aufnahme von Bad Wildungen in das Städtebauförderungsprogramm wurde Altwildungen als einer der Ersten in das neu geschaffene Programm der „einfachen Stadterneuerung“ aufgenommen, das damals speziell für solche Orte entwickelt wurde. Heute, nach fünfundzwanzig Jahren, ist das Ergebnis sichtbar. Es hat sich gelohnt, für dieses Programm zu kämpfen. Durch den Wiederaufbau des Backhauses werden Tradition und Vereinsleben gepflegt. Mein Dank gilt hier dem regen Bürgerverein und den vielen ehrenamtlich Tätigen.“