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„Mittendrin – historische Ortskerne“

Wahlkreis

Vierte Station der Reinhard-Kahl-Sommertour
Diemelstadt-Rhoden: Altstadtlaternen bieten Blick in die Vergangenheit Rhodens

Zum zweiten Mal nach Landau besuchte der Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl im Rahmen seiner Sommertour „Mittendrin – historische Ortskerne“ einen Ort im Nordwaldeckischen. Seit 1996 führt der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl Sommertouren durch, die stets unter einem bestimmten Motto stehen. Kleinsiedlungen, Naturschutzgebiete, Kirchen, Spuren jüdischen Lebens waren einige der Themen in den vergangenen Jahren. Empfangen wurde er vom Ersten Stadtrat Hubert Kern, der die Idee Kahls, historische Ortskerne in den Mittelpunkt seiner diesjährigen Sommertour zu stellen, als Grundlage für weitere politische Entscheidungen sehr begrüßte.

Gemeinsam mit etwa 40 Interessierten, unter ihnen die bisherige Landtagsabgeordnete Hannelore Eckhardt, der Bundestagskandidat Ulrich Meßmer und der Ortsvereinsvorsitzender Markus Budde, erkundete Reinhard Kahl den historischen Ortskern von Rhoden. Fachkundig geführt wurde die Gruppe von Karl Heinemann, Vorstandsmitglied des Vereins Historisches Ortsbild Diemelstadt. Von ihm erfuhr die Gruppe Wissenswertes über die Geschichte Rhodens, gespickt mit vielen kleinen Anekdoten und Sagen aus vergangenen Zeiten. Unterstützt wurde er von seinen Vereinsmitgliedern Sigrid Römer, Friedhelm Klaus, Horst Sinemus und Walter Bracht, die ebenfalls am Rundgang teilnahmen.
Ursprung der Stadt ist Alt-Rhoden. Die ehemalige Kirche ist noch als Ruine mit Kirchhof nordöstlich des heutigen Rhoden erhalten. Im 13. Jahrhundert wird Alt-Rhoden, wohl wegen des Konfliktes zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft sowie unzureichender Verteidigungsanlagen, wüst. Die Bewohner siedeln im Schutze der Burg, dem heutigen Rhoden, 1235 erstmals urkundlich erwähnt von Graf Adolf von Waldeck. 1244 bezeichnet er Rhoden als „oppidum meum“, als „meine Stadt“, der Ursprung der Stadtrechte, auch für Diemelstadt. Ab 1654 ist Rhoden während der Regentschaft des Grafen und späteren Fürsten Georg Friedrich de facto die Residenzstadt Waldecks. Georg Friedrich lässt von 1645 bis 1654 die Burg zum Schloss umbauen und die „Neustadt“ anlegen.
Beim Rundgang verdeutlichte Karl Heinemann an einigen Beispielen, wie sehr das Stadtgebiet und die Architektur Rhodens von den beengten Verhältnissen innerhalb der Stadtmauern geprägt sind. Drei große Brandkatastrophen musste Rhoden überstehen: 1540 wurde fast die gesamte Stadt vernichtet, 1735 zwei Drittel der Altstadt und 1873 98 Häuser. Aus dieser Situation hat sich ein besonderer Baustil entwickelt: das giebelständige, zweigeschossige „Diemelsächsische Vierständerhaus“, später veränderte sich die Bauweise hin zum so genannten Querdielenhaus.
Nachvollziehbar gemacht wird die Geschichte Rhodens durch das Projekt „Altstadtlaternen“, die im Laufe der letzten Jahre im Ortskern angebracht wurden. Der Künstler Albert Völkl hat speziell für Rhoden Schattenbilder als Scherenschnitte angefertigt, die in den Leuchten installiert sind. Die künstlerisch gestalteten Motive beziehen sich auf örtliche Sagen, Legenden, geschichtliche Ereignisse, soziale Verhältnisse, Wirtschaft und Gewerbe sowie den Lebensstil der Rhoder Bevölkerung. Die Idee, die Geschichte Rhodens mit Hilfe der Altstadtlaternen darzustellen, entwickelte sich, als sich die örtlichen Vereine mit der Agenda 2010 auseinandersetzten. Finanziert werden sie ebenfalls von den Vereinen, unterstützt durch die Kommune. Achtzehn Altstadtlaternen sind in den letzten Jahren installiert worden, vier weitere sollen folgen.
Weiterer Höhepunkt der Führung war das fürstliche Erbbegräbnis am Hagenberg mit dem „Paradebett“, wo die verstorbenen Mitglieder der fürstlichen Familie aufgebahrt werden, damit die Bevölkerung Abschied nehmen kann, sowie der attraktive und sehenswerte Schlossbrunnen mit seinen über neunzig Metern Tiefe.
Beim abschließenden gemütlichen Beisammensein auf dem Kirchplatz sprach Karl Heinemann die Probleme an, die sich für Rhoden durch die exponierte Lage ergeben. Diemelstadt ist räumlich und wirtschaftlich eng mit den Zentren des direkt angrenzenden Landes Nordrhein-Westfalen verbunden. Er regte an, ein landesübergreifendes Informationssystem aufzubauen, auch in Hinsicht auf die gemeinsame Nutzung von Fördermitteln der Länder.
Reinhard Kahl begrüßte das bürgerschaftliche Engagement bei der Heimatpflege und besonders die Eigeninitiative der Rhoder Vereine bei der Anschaffung der Altstadtlaternen: „Rhoden hat viel zu zeigen. Die Idee, die Geschichte Rhodens anhand historischer Motive in den Laternen darzustellen und die ausdrucksstarken und künstlerisch hervorragend gestalteten Scherenschnitte haben mich sehr beeindruckt. Das Projekt ist wichtig für den Tourismus. Besonders zu begrüßen ist, dass nicht nur die geschichtlich interessierten, sondern auch die anderen örtlichen Vereine hinter dem Projekt stehen.“