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"Mittendrin - historische Ortskerne"

Wahlkreis

Dritte Station der Reinhard Kahl Sommertour Burgwald-Bottendorf: „Größtenteils arm, aber fleißig“
Um Kleinbauern und Tagelöhner ging es in Bottendorf bei Reinhard Kahls Sommertour

Kleine Tagelöhnerhäuser, in denen Familien mit zehn Kindern lebten, Bilder von „Westfalengängern“, die ihr Leben lang in den Industriegebieten Arbeit suchten, während ihre Frauen allein zu Hause die kleine Landwirtschaft betreiben mussten – ein Stück Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Dorfes wurde lebendig, als der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl auf der dritten Station seiner Sommertour „Mittendrin – historische Ortskerne“ Bottendorf erkundete.

Der mittelalterliche Siedlungskern an der Nemphe mit Kirche, Pfarrhaus, Schule, herrschaftlicher Meierei und Gerichtslinde galt als Einstieg in die Geschichte Bottendorfs, das, wie Ortsvorsteher Heinz Klem erläuterte, im kommenden Jahr bei seiner 750-Jahr-Feier Rückschau auf seine bewegte Geschichte halten will.
Im Inneren der Kirche schilderte Karl-Hermann Völker (Wiesenfeld) die soziale Struktur des Dorfes im 19. Jahrhundert, als von 680 Einwohnern nur 22 Prozent mehr als fünf Hektar Land besaßen, 65 Prozent aller Haushalte mit weniger als zwei Hektar auskommen mussten. Er zitierte Berichte des Bürgermeisters Hasenzahl von 1858, wonach die „größtenteils armen“ Einwohner sich aber besonders „durch Fleiß“ auszeichneten. Als Tagelöhner auf der Staatsdomäne Wolkersdorf, „Lehmpätscher“ und später als erste Industriearbeiter in der Firma Thonet ernährten sie ihre Familien.


Ruth Jaritz gibt zu ihrem Fachwerkhaus im Ortskern Auskunft
Im Ortskern auf der Westseite der Nemphe mit dem „Urbach“, wo Ruth Jaritz aus der Geschichte ihres ehemaligen Bauernhauses berichtete, und dem „Roten Graben“ gingen die Exkursionsteilnehmer anschließend auf Spurensuche. Wie die Häuser der Tagelöhner und Kleinbauern dort um 1900 aussahen, demonstrierte Karl-Hermann Völker mit Bildern des Eisenacher Wanderfotografen Wilhelm Thurau, der 1911 fast sämtliche Gebäude und Familien im Roten Graben auf Glasplatten festgehalten hatte.
Die Anwohner des Roten Grabens stellten spontan für die Teilnehmer der Sommertour Bänke auf, weitere bisher unentdeckte Fotodokumente wurden geholt, Geschichten von Familien und Westfalengängern erzählt, auch von Gewerkschaftern und Sozialdemokraten wie Peter Plett, der hier wohnte und noch 1933 an seinem Birnbaum mutig die Fahne mit den drei Pfeilen der Eisernen Front aufhängte, als die Hakenkreuze schon das Dorfbild dominierten.
Auf dem Rückweg zum Fachwerk-Schulhaus an der Kirche, wo es für die Gäste der Sommertour nach Bottendorfer Brauch „Wecke un’ Worscht“ gab, erläuterte Ehrenbürgermeister Adam Daume an einzelnen Beispielen besonders gelungene Projekte der Dorferneuerung, insbesondere den aufgewerteten Dorfmittelpunkt Nemphebrücke, der den Bewohnern ihren historischen Siedlungskern als Ort der Erinnerungen, der Geselligkeit und der Kommunikation erneut ins Bewusstsein gerückt habe. Bürgermeister Lothar Koch hatte in seiner Begrüßung zuvor die aktuellen Investitionsschwerpunkte im Ortsteil Bottendorf mit Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses (1,5 Millionen Euro in drei Bauabschnitten) und Ausbau der Ortsdurchfahrt (2,1 Millionen Euro) erläutert.
Interessierte Teilnehmer der Spurensuche in Bottendorf waren auch der SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis 171, Dr. Edgar Franke, die SPD-Ehrenvorsitzende des SPD-Ortsvereins Burgwald, Ursula Breuer, und der SPD-Fraktionssprecher in der Gemeindevertretung Burgwald, Bernhard Bock.