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“Never catch a falling knife!“

Landtag

"Laufen Sie nie ins offene Messer!"

SPD-Finanzministerkandidat warnt vor schneller Festlegung auf Fusion WestLB - Helaba

Reinhard Kahl, für das Finanzressort vorgesehenes Mitglied im ZUKUNFTSTEAM von Andrea Ypsilanti, warnte die Landesregierung vor einer vorschnellen Festlegung auf eine Fusion von Helaba und WestLB. Zuerst müssten die zu erwartenden Verluste und die verbleibenden Risiken umfassend bewertet werden. Zweitens müsse ein klares Geschäftsmodell einer fusionierten Großlandesbank entwickelt werden. Und drittens müsse aus einer Fusion der Finanzplatz Frankfurt klar gestärkt hervorgehen. „Es wäre fatal, wenn nach einer Fusion Arbeitsplätze aus der europäischen Bankenmetropole nach NRW verlagert würden.“, sagte Kahl heute am Rande einer gemeinsamen Sitzung des hessischen ZUKUNFTSTEAMS mit den SPD-Bundesministern in Frankfurt.

Der aktuelle Kapitalbedarf der WestLB von rund 2 Mrd. € könne nicht von hessischer Seite übernommen werden. Hier sei ausschließlich das Engagement der jetzigen Eigentümer gefordert: „Hessen und die hessischen Sparkassen dürfen nicht für Düsseldorfer Fehlentscheidungen in Haftung genommen werden“, so Kahl weiter.
Er verwies darauf, dass noch immer nicht absehbar sei, wie hoch das Risiko der WestLB, resultierend aus der US-Immobilienkrise, ist. Hier komme vor allem der WestLB-Tochter Brightwater, die auch in Subprimes am US-amerikanischen Hypothekenmarkt investiert hat, besondere Aufmerksamkeit zu. „In diesem Zusammenhang ist jeder gut beraten, sich an die alte Börsenweisheit ‚never catch a falling knife’ zu halten, also bei Investments die sich im Sinkflug befinden, nicht zu früh zuzugreifen “, so Kahl.

Schließlich bedürfe es aber auch eines klaren Geschäftskonzeptes, welches die Kernkompetenzen von WestLB und Helaba vereint und somit zu Synergieeffekten führen können. „Jede Festlegung zum gegenwärtigen Zeitpunkt halte ich angesichts der für Hessen in dem Geschäft steckenden Risiken und der unklaren strategischen Positionierung für fahrlässig“, so Kahl abschließend.